Besuch des MV Rittersdorf in Aschfeld  (Michael Lichter)

Am 11. und 12. September 2004 besuchte der Musikverein Rittersdorf seinen befreundeten Verein, die "Trachtenkapelle Aschfeld" aus Eußenheim-Aschfeld in Unterfranken, in der Nähe von Würzburg.

Unser Ausflug sollte am Samstag, dem 11.09.2004 um 7.00 Uhr am Gemeindehaus in Rittersdorf beginnen. Nachdem auch die letzte Schlafmütze um 7.05 Uhr wach geworden war (das war ich) und sich nach dem Anziehen noch etwas Essbares "reingeschoben" hatte, konnten sich die etwa 40 Teilnehmer, sowohl Aktive als auch zahlreiche Eltern, gegen 7.20 Uhr mit einer ca. zwanzigminütigen Verspätung in Richtung Aschfeld auf den Weg machen. Bei Nah & Gut (ehemals EDEKA) wartete bereits ungeduldig Marie-Therese Hülpes, die für uns freundlicherweise wieder einmal ein großes "Lunchpaket" und einige Getränke für die Fahrt bereitgestellt hatte.

Kurz vor Frankfurt gegen 10.30 Uhr drängten dann schließlich schon etliche Jugendliche und Erwachsene, besonders die, die schon mehrere Liter Kaffee intus hatten, darauf den nahe gelegenen Rastplatz anzufahren. Da unser Vorsitzender Dieter jedoch noch dazu kein Bedürfnis sah, erteilte er dem Busfahrer das Kommando zur Weiterfahrt. Dabei ließ er sich auch nicht von Caroline und Theo erweichen, die vortäuschten, dass ihnen übel sei und sie an die frische Luft müssten. Also mussten noch alle über eine halbe Stunde bis zum nächsten Rasthof ausharren, wo wir dann gegen 11.00 Uhr unsre wohlverdiente Toiletten- und Frühstückspause einlegten.

Nach einer halbstündigen Unterbrechung setzten wir dann unsere Fahrt fort, sodass wir gegen 13.00 Uhr in Gössenheim, einem Nachbarort von Eußenheim-Aschfeld, ankamen, wo bereits der Vorsitzende Georg Vetter von der "Trachtenkapelle Aschfeld" auf uns wartete, um mit uns eine Wanderung zu der nahe gelegenen Homburg, einer Burgruine aus dem 11. Jahrhundert außerhalb von Gössenheim, vorzunehmen. Das war auch notwendig, um sich nach einer solch langen Busfahrt etwas die Beine zu vertreten.

Nachdem der Busfahrer uns also am Ortsrand auf einem Feldweg abgesetzt hatte, machten wir uns unter der Leitung unseres Wanderführers Georg bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg durch einen steilen Weinberg, an einer kleinen Bergkapelle vorbei, zur Homburg, die auf einem hohen Berg gelegen war.
Der Busfahrer fuhr unterdessen weiter, da er uns an einem anderen Ort am Ende unserer Wanderroute wieder aufsammeln sollte.

Auf der Homburg warteten inmitten der Burg auf einer schönen Grünfläche bereits die Musikfreunde aus Aschfeld mit Spieß- und Rollbraten sowie mit einer Menge gekühlter Getränke auf uns. Das war wie ein Segen, denn die Wanderung hatte hungrig gemacht und das warme Wetter hatte durstig gemacht. Nach einem "zünftigen" Essen sowie einer ausgiebigen Mittagsruhe und einem Austausch mit den Freunden aus Aschfeld setzten wir dann gegen 15.00 Uhr unsere Wanderung ins Tal fort, nachdem wir das wilde Gelände außerhalb der Burganlage noch etwas erkundet hatten und die teilweise sehr schöne Aussicht ins weite Tal an mehreren Stellen genossen hatten.

Wir stiegen danach mitten durch einen Wald auf einem schmalen und unbefestigten Pfad auf der anderen Seite der Burg hinab. Dirk Ernst, der anstatt in festem Schuhwerk in Sommersandalen erschienen war, kam einmal dermaßen ins Rutschen, dass er beinahe alle anderen umgestoßen hätte, wenn seine Frau Marietta ihn nicht im letzten Augenblick noch festgehalten hätte. So waren wir dann alle heilfroh, als wir nach einem einkilometerlangen Abstieg den Berg ohne größere Verletzungen und Blessuren verlassen konnten und unsere Wanderung durchs Tal fortsetzen konnten, von dem man einen schönen Blick nach oben auf die Homburg hatte.

Für Aufsehen sorgte allerdings die Feststellung, dass unser Fahnenträger Heinz Kludzuwaith anscheinend verloren gegangen war. Ein gemeinsames Rufen durch das Tal nach Heinz mit vereinten Stimmen verlief allerdings erfolglos. Sofort informierten wir die Aschfelder Musikanten, die sich ja noch auf der Homburg befanden. Diese starteten sofort mit ihren Autos eine groß angelegte Suchaktion auf dem gesamten Berg, wo sie unseren Heinz schließlich in Höhe der Bergkapelle aufgreifen konnten. Schlimmste Befürchtungen, dass er womöglich den Berg hinabgestürzt sei, bestätigten sich Gott sei Dank nicht. Nach eigenen Aussagen hatte er sich, weil er nicht mehr so gut gehen kann, bereits auf den Weg zum Bus gemacht, den er dort vermutete, wo wir ausgestiegen waren, während wir noch die Burg erkundeten. Wir konnten also unsere Wanderung durch das Tal ohne Sorgen fortsetzen.

Nach etwa eineinhalbstündiger Wanderung durch das Tal, über einen Bach und an einem Aussiedlerhof vorbei, erreichten wir eine Grillhütte, an der die Aschfelder für uns mehrere Erfrischungen, Kaffee und drei riesige Tortenbleche, jeweils etwa einen Meter lang, für uns bereitgestellt hatten, wo unser Christof Müller ("Liftchen"), der ja allerseits bekannt ist für seine große Vorliebe für Kuchen und Torten, natürlich kräftigst zulangte und fast ein halbes Blech alleine verdrückte.

Dort holte uns dann auch am Abend der Bus ab, der uns zu unserer Unterkunft, in die Bundeswehrkaserne "Lager Hammelburg" brachte, wo wir erst einmal Quartier bezogen.
Nach einem kleinen Aufenthalt fuhren wir dann anschließend mit dem Bus nach Gössenheim in eine Weinstube, wo wir zusammen mit der "Trachtenkapelle Aschfeld" und dem Alleinunterhalter Lehrer Alfons Schlereth einige Flaschen Wein leerten und bei Musik und Quiz gemeinsam einige gesellige schöne Stunden verbrachten.

Nach der Heimfahrt zu der Kaserne Hammelburg gegen 23.00 Uhr wollten die Erwachsenen noch gemeinsam den Abend bei dem ein oder anderen Getränk ausklingen lassen. Darum trafen wir uns in der Stube von Caroline und Sabrina, da diese ausreichende Verpflegung mitgebracht hatten, um die Feier nicht ganz auf dem Trockenen zu verbringen.

Am nächsten Tag brachen wir dann - nach einem spartanischen Frühstück in der Kasernenkantine mit steinharten Brötchen - unsere Zelte in Hammelburg wieder ab und fuhren mit der gesamten Mannschaft nach Eußenheim- Aschfeld, wo anlässlich des "Tag des offenen Denkmals" in der dortigen Kirchenburg das restaurierte alte Wirtshaus der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die Kirchenburg im Gemeindeteil Aschfeld wurde etwa um 1500 n. Chr. erbaut. Sie galt als Fliehburg für die Bewohner von Aschfeld in Kriegs- und sonstigen Notzeiten. Nach mündlicher Überlieferung haben die Bewohner von Aschfeld im 30-jährigen Krieg (1618-1648) das letzte Mal die Kirchenburg benutzt. Seit dem Jahre 1981 bis heute hat die Gemeinde Eußenheim im Einvernehmen mit den Eigentümern die dortigen Gewölbekeller der Kirchenburg restauriert, saniert, zum Teil neu aufgebaut und zu einem kleinen geschichtlichen Heimatmuseum umgebaut.

Während dieser Übergabe spielten wir erstmals gemeinsam mit der "Trachtenkapelle Aschfeld". Anschließend gab unser Musikverein noch ein Platzkonzert, das viele Einheimische heranlockte. Am Nachmittag wurden wir von der ortskundigen Fremdenführerin Frau Lore Göbel durch die gesamte Kirchenburg geführt. In der alten Schnapsbrennerei wurde man mit einem traditionellen Aschfelder Birnenbrand begrüßt.

Allen Beteiligten hat der Ausflug und das Treffen mit den Aschfeldern großen Spaß gemacht, so dass auf jeden Fall weitere Treffen geplant sind.