Die fünfziger Jahre: 1948 bis 1959

Der Dirigent der 1930er Jahre, Leo Schmitz kam als schwer Kriegsbeschädigter nach Hause. Dieser Umstand, die hohe Zahl der gefallenen Mitglieder des Musikvereins und die Not nach dem verlorenen Krieg führten dazu, dass es zunächst keine Neubelebung des Vereins gab. Im Jahr 1948 war es dann endlich wieder soweit:  die damals noch sehr jungen Männer Willi Ehlenz, Hans Wirtz und Werner Theisen warben für die Wiederbelebung des Musikvereins. Im Oktober 1948 wurde Robert Francois zum Vorsitzenden und Jakob Karp zu seinem Stellvertreter gewählt.

Auch bei diesem Neustart des Musikvereins gab es große finanzielle Probleme: aus den 30er Jahren waren nur noch 9 Instrumente übrig geblieben. Zu Beginn gab es wohl auch Unstimmigkeiten mit den altaktiven Mitgliedern der 30er Jahre, die ja teilweise ihre Instrumente selbst bezahlt hatten. Doch durch die Wahl von Robert Francois und Jakob Karp, die ja auch schon vor dem Krieg mitgespielt hatten, wurden die Wogen geglättet und die willigen Altaktiven wurden rasch in den Verein integriert. Mit dem Bitburger Berufsmusiker Werner Schneider wurde ein engagierter Dirigent gefunden.

Um Geld zu verdienen, wurde bereits ab Dezember 1948 und den ganzen Winter über das Theaterstück "Der Freischütz" von Karl Maria von Weber mit großem Erfolg aufgeführt (7 Vorstellungen). Während des Theaterstücks präsentierte sich der wiedergegründete Musikverein bereits mit einigen Konzerteinlagen.

Am 18. Januar 1949 erfolgte dann die Genehmigung der Vereinsgründung durch die damalige französische Militärregierung des Staates Rheinland-Pfalz, Distrikt Trier, Kreis Bitburg mit Sitz in Kyllburg zum 2. Februar 1949.

Die aktiven Musiker mussten damals einmalig 40 DM bezahlen; eine inaktive Mitgliedschaft kostete damals jährlich 2 DM; 1950 lag der Tageslohn bei 25 DM.

Leider kam der Vorsitzende Robert Francois schon 1949 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Doch das begonnene Werk wurde nicht aufgegeben und der Verein wählte Hans Wirtz zu seinem neuen Vorsitzenden. Im Sommer 1949 besuchte der Musikverein Rittersdorf das erste Nachkriegs-Musikfest in Neuerburg und war dort der einzige Gastverein aus dem Kreis Bitburg.

1950 fand dann das erste Musikfest zum 20-jährigen Bestehen des Vereins statt. Durch das Theaterspielen und das Musikfest, aber auch durch Geldbeiträge der Aktiven waren dann die finanziellen Mittel vor-handen, um bereits 1950 mit 18 Musikern auf gebrauchten, notdürftig reparierten Instrumenten zu spielen.

 

Der Dirigent Werner Schneider wurde 1952 durch einen Dirigenten aus den eigenen Reihen - Willi Ehlenz - abgelöst.

Von 1952 bis 1955 wurde der Musikverein von den Vorsitzenden Nikolaus Hommertgen, Karl Burger und Peter Poss geleitet, von Ende 1955 bis 1959 dann wieder von Hans Wirtz.

Anfang der 50er Jahre kam es dann auch zur Gründung eines Karnevalsvereins innerhalb des Musikvereins, die "Rittersdorfer Lümmels". Die Karnevalssitzungen mit den Späßen des "Oberlümmels Jonny" (Hans Wirtz) und unter Regie von Hans Scheuern (Friseur und Fotograf) waren sehr beliebt und gut besucht. Auch die Karnevalssitzungen trugen neben den Theateraufführungen dazu bei, den Musikverein auf finanziell gesunde Füße zu stellen.

Ab 1952 verwendeten die "Rittersdorfer Lümmels"
folgenden Büttenmarsch,


Rikschdorfer Büttenmarsch 1952
(Melodie: Der Treue Husar)

Im wunderschönen Eifelland
hier unten an der Nims erstand
vor mehr als siebenhundert Jahr'
ein kleines Dörfchen wunderbar.

Weil dieses Dorf so wunderbar,
kam eine große Ritterschar.
Sie bauten eine Burg von Stein
und hausten dort - jahraus,  jahrein.

Die Ritter sind nicht mehr, d'rum ist
heut' nicht mehr alles ritterlich.
Seht euch nur uns're Straßen an,
hört euch das Bimmelglöckchen an.

Trotz alledem ist Rikschdorf schön,
wenn wir's durch Fastnachtsbrillen seh'n.
Du bist so schön, so wunderbar,
so blüh' noch viele hundert Jahr.

Im Jahr 1955 fand dann das Musikfest zum 25-jährigen Bestehen des Musikvereins statt. Damals war die Bewirtung und Beköstigung an das einheimische Gewerbe vergeben; die Einnahmen des Musikvereins stammten aus den auf dem Festplatz und im Tanzsaal kassierten Eintrittsgeldern. In der Festansprache des damaligen Bürgermeisters Carpentier betonte dieser den Dank der Gemeinde Rittersdorf an die "selbstlose Mitarbeit und aufopferungsvolle Hingabe der Mitglieder des Musikvereins Rittersdorf".

 

1958 veranstaltete der Musikverein ein Sommerfest auf den Burgwiesen. Hier wurde erstmals ein Festzelt aufgestellt, so dass man nicht unbedingt auf gutes Wetter angewiesen war. Zu diesem Fest wurden auch die Älteren aus Rittersdorf besonders eingeladen - es war wohl sozusagen der erste "Seniorentag" in Rittersdorf.

Hier das Dankschreiben des Altbürgermeisters und Malermeisters
Ignatz Carpentier: