Die 1960er Jahre

Ende 1959 wurde mit Josef Schmitt ein neuer junger Vorsitzender gewählt, dieser wurde 1964 wieder von Hans Wirtz abgelöst.Die bereits in den fünfziger Jahren begonnenen Aktivitäten wie Kappensitzungen der "Rittersdorfer Lümmels" und die Theater-aufführungen wurden verfeinert und verbessert fortgeführt.1965:

15 Jahre "Rittersdorfer Lümmels":

1964 hatte der Musikverein bereits über 110 inaktive Mitglieder, die Mitgliedsbeiträge wurden damals alle von dem Inaktiven Johann Junk eingesammelt. Johann Junk (Kremmen Hanni) war es schließlich auch, der die Initiative für den Kauf einer Fahne ergriff. Er sammelte Spenden bei der Dorfbevölkerung, bei der Gemeinde und bei den Jagdpächtern.
1965 kaufte man dann die neue Fahne und drei Schulterschärpen, die für 1733 DM bei der Bonner Fahnenfabrik angefertigt wurde. Die ersten Fahnenträger waren Hubert Schier, Barthel Schmitz und Johann Junk.

     

Am Festzug zur 1250-Jahr-Feier der Stadt Bitburg im Jahr 1965 nahm der Musikverein dann natürlich mit der Fahnenabordnung teil. Der damalige Bitburger Bürgermeister Kreutzberg lobte in seinem Dankschreiben den Musikverein Rittersdorf, der durch sein sauberes Auftreten sehr gefallen habe. Dieser Festzug zur 1250-Jahr-Feier in Bitburg war leider bis heute der letzte offizielle Auftritt des Rittersdorfer Musikvereins in der benachbarten Kreisstadt.

1966 fand dann wieder ein großes Zeltfest auf den Burgwiesen statt:

Bei einem Abendständchen in den sechziger Jahren sagte der Jubilar:
Ich dacht Ihr lägt schon alle in den Betten, wie ich aber sehe, seid Ihr alle hellwach. Der Musikverein geht in die Luft!

1966/67 wurde durch den Dirigenten Willi Ehlenz eine eigene Jugendkapelle mit 18 Musikern ausgebildet. Zum Familienabend 1967 trug Hans Wirtz folgende Verse über die Musikanten der Jugendkapelle vor:

Bierzeitung zum Familienabend 1967
Die Jugendkapelle (von Hans Wirtz)

Ihr kennt ihn alle, den Dezen-Tiss,
der spielt die Trompete von "a" bis "fis".
Er wohnt direkt an der Schierbach Strand
und ist gelassen wie ein alter Verstand.    (Matthias Francois)

Der Minden-Pitta ist auch gut dabei,
er schlug auf nem Ami die Trompete entzwei.
Seine Augen leuchten wie die eines Kater
und er ist sehr verliebt in seine Trater.    (Peter Minden)

Der Berni bläst so, dass er schweißt
und ist augenblicklich sehr weit verreist.
Er ist dem Timmi sein ältester Sohn
und entlockt dem Flügelhorn einen guten Ton.   (Bernd Stieren)

Der kleine Strauch sitzt auch in der Reih'
und bläst in die Backen, juch-heisa, juch-hei.
Er hat zu Hause einen zahmen Koab,
die alte Hummel, die steht im Schuab.    (Ewald Strauch)

Schuler-Johann sein Vertreter
bläst im Verein als zweiten Trompeter.
Der hat im Stalle sehr viele Beuz
und gängelt am Tage den armen Deutz.    (Alfons Weber)

Der nächste ist der kleine Schwall,
er bläst das Horn mit mächtigem Schall.
Er ist nun der kleinste unter den Kleinen
und tut nebenbei auch noch gerne weinen.   (Heinz Schwall)

Sein Nachbar ist der Lichters-Jupp,
der bläst die Trompete mit Muggi-Fupp.
Er wohnt direkt am Weilichhecks-Wääsch,
sein Vater der hat en gut gängig Säch.    (Josef Lichter)

Ihr kennt den Müller von der Raiffeisenkasse,
der ist zu Hause in der Schlickengasse.
Er bläst die Trompete in der unteren Oktav'
und ist im Allgemeinen sonst sehr brav.    (Edmund Müller)

Der Mutschen-Toon hat nun eine Trater,
er trinkt meistens Cola, dann gibt's keinen Kater.
Vom Rauchen hat er schon wirklich Genuss
und ist als Lehrling beim Kronibus.    (Toni Knauf)

Der Laanzen-Werner von der Schierbichts-Höh',
der bläst die Klarinette, juch-heisa, juch-he.
Er ist als Maurer ein großer Streber
und hat einen Hut aus echtem Leder.    (Werner Ehlenz)

Sein Nachbar ist der Bächis-Klaus
und ist sehr zufrieden im neuen Haus.
Die Klarinette ist sein Ideal
und trägt den Paulinus im Niimes-Tal.    (Klaus Mutsch)

Dem kleinen Hoss macht das Blasen Spaß,
sein Vater der fährt den mächtigen Claas.
Er spielte zurzeit die Klarinette in Es
und war mal persönlich den Heroodes.    (Hans-Ludwig Hoss)

Der Ferten-Ferdi bläst die Klarinette drei
und ist beim Radfahren viel dabei.
Sein Vater ist als Schlosser bekannt
und hat eine Frau aus dem Bergischen Land.   (Ferdinand Hoffmann)

Von Gummen-Nikla Nummer drei,
der spielt Klarinette, juch-heisa, juch-hei.
Es fehlt ihm nur noch ein Klavier,
dann wäre es ein Orchester mit ihrer vier.       (Matthias Lichter)

Jetzt kommt der Theo, ist er auch hier?
Seine Klarinette ist nämlich im Krankenrevier.
Er lernt als Schlosser, zetra-pp
und hat um die Hand ein Lümpchen, weh-weh.   (Theo Grün)

Norbert bläst ein gutes Horn,
sein Papp der drosch zur Zeit das Korn.
Ihr kennt ihn ja gut, den Metzger-Mätt,
beide machen die Schweine fein sauber und glätt.  (Norbert Propson)

Dem Kaufmann-Mattes sein ältester Jung',
der zieht die Posaune mit mächtigem Schwung.
Er scheut keinen Weg und ist immer beim Proben,
mit dem Bauz tut er öfters in Rickdischsdell 'rum toben. (Werner Kaufmann)

Der kleine Büchel, nicht extra schwer,
zieht die Posaune, mal hin und mal her.
Auf dem Königsberg da ist er zu Haus',
etwa fünfzig Meter vom Urmesen Klaus.    (Arnold Büchel)

Steffelschiss Christoph versteht was davon
und bläst ganz zart den Bariton.
Er schickt sich gut und ist gar nicht laut,
er liebt seinen Bariton wie eine Braut.    (Christoph Gasper)

Elsen Pittchen sein Hauptgesell'
vermöbelt der Trommel des Öfteren das Fell.
Er ist euch allen gut bekannt
und wird unter den Jungen auch Fokert genannt.  (Ewald Schmitz)

Mit der Gründung dieser Jugendkapelle wurde durch Willi Ehlenz der Grundstein für die musikalischen Erfolge der frühen siebziger Jahre gelegt.


Familienabend 1969: