Die 1970er Jahre

Zum 40-jährigen Bestehen des Musikverein "Eintracht" Rittersdorf fand 1970 das wohl größte Fest der Vereinsgeschichte statt. Es war das Kreismusikfest des Kreises Bitburg und 25 Vereine spielten in Rittersdorf auf. Darunter war auch der Kreisjugendbläserchor mit 120 jugendlichen Musikern. Erstmals wurde anlässlich des 40-jährigen Bestehens auch eine Festschrift herausgegeben, die viele Informationen über den Musikverein, aber auch über Rittersdorf enthielt.

Der große Erfolg dieses Musikfestes ließ dann einen großen Wunsch der Vereinsmitglieder war werden: Ende 1970 wurden zum ersten Mal Uniformen angeschafft. Zum Preis von 7.500 DM erwarb der Verein bei der Fa. Bauschen aus Jünkerath 35 blaue Uniformen und 17 Westen mit Schiffchen für die Jugendkapelle. Dieser finanzielle "Kraftakt" gelang dem Verein nur durch die Unterstützung der Gemeinde, der Verbandsgemeinde und - durch Vermittlung des damaligen Staatssekretärs Dr. Otto Theisen - der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz.

In neuen Uniformen und mit 45 aktiven Musikern fuhr der Musikverein Rittersdorf dann am 12. September 1971 zur Bundesgartenschau nach Köln. Im Rahmen des Sonderprogramms "Die Eifel grüßt das Rheinland - die Kreise Daun und Bitburg-Prüm grüßen Köln" kam es zu zwei Auftritten des Rittersdorfer Musikvereins, der hier die Musikvereine des Kreises Bitburg-Prüm vertrat.

Dass die Wahl hierbei auf den Musikverein Rittersdorf gefallen war, lag unter anderem an dem guten Ruf der Jugendkapelle. Sie hatte 1968 bis 1970 an den Kreismusikwettbewerben in Bitburg teilgenommen und dabei einmal einen beachtlichen zweiten Platz und zweimal einen dritten Platz belegt. Das Trio Toni Knauf (2. Trompete), Norbert Propson (Tenorhorn) und Dieter Lichter (1. Trompete) erreichte im Jahr 1971 mit von Willi Ehlenz arrangierten Stücken sogar einen ersten Platz.
Anlässlich einer Probe in der alten Schule neben der Kirche kam ein Musikant wieder einmal zu spät, der außerdem in letzter Zeit öfters gefehlt hatte. Der Dirigent Willi Ehlenz sagte: "Wir spielen nun das Potpourri: Das kennt jeder ... aber Du nicht" und zeigte auf den zu spät gekommenen.

Feuerwehrfest in Nattenheim 1974

1975 ging dann eine musikalische Ära zu Ende. Willi Ehlenz, der den Verein 23 Jahre lang erfolgreich musikalisch geführt hatte, beendete seine erfolgreiche Dirigententätigkeit.

Von 1975 bis 1980 dirigierte dann Ernst Böcker aus Bitburg den Musikverein. Dadurch, dass im Jahr 1976 erstmals auch Mädchen in den Verein aufgenommen werden durften, wurden vor allem die Register der Klarinetten und Trompeten ausgebaut.

In den 1970 er Jahren wurde die Tradition des Fastnachtsumzugs lediglich durch die Grundschule Rittersdorf (mit Rektor Martin Zehren) und den Musikverein Rittersdorf aufrecht erhalten. Man spielte zum Vergnügen der Kinder und der oft wenigen Erwachsenen.

Fastnachtsumzug 1978 mit Dirigent Ernst Böcker

 

Der Vorsitzende Hans Wirtz leitete den Verein mit Unterbrechungen mehr als 20 Jahre lang. 1977 übernahm dann der langjährige Schriftführer und Stellvertreter Martin Roths den Vorsitz.

Mitte der siebziger Jahre gründete sich ein Club innerhalb des Musikvereins, der "Paschclub". Ihm gehörten diejenigen aktiven Musiker an, die jeden Freitag nach der Probe noch ins Gasthaus Heinrich Nels zum Umtrunk und "Lügenpaschen", einem Würfelspiel mit 2 Würfeln gingen.
Der Paschclub machte es sich stets zur Aufgabe, den Musikverein zu unterstützen.

Mit der Clubkasse wurden schöne Ausflüge, z.B. nach Garmisch-Parten-kirchen , nach Berchtesgaden und "zu den Sternen" gemacht.

Paschclub an Fastnacht 1978