Anekdoten vom Bedhardmännchen
zusammengestellt von Dieter Lichter

In den Erzählungen der alten Leute aus Rittersdorf kommt immer wieder die Sage vom Bedhardmännchen zur Sprache. Dieser Mann kommt in verschiedener Form daher, einmal als Kobold oder Gespenst, zum andern als ein großer, starker Mann (Jäger), meist mit Hunden.

Interessant ist, daß das Bedhardmännchen auch in den anderen Dörfern rund um den Bedhard bekannt ist, dort auch unter dem Namen Puhmännchen.. 

Im folgenden sind kleine Begebenheiten mit dem Bedhardmännchen aufgeführt, die teils aus mündlicher Überlieferung stammen, teils dem Buch von Matthias Zender „Sagen und Geschichten aus der Westeifel“ entnommen wurden und im Erzählstil niedergeschrieben wurden.


1. Das Bedhardmännchen hat einmal dermaßen mit den Buchen geklappert, daß man gemeint hat, sie brächen alle ab. Dann hat es auch geschossen und die Hunde wurden unruhig.

2. Der alte Halfen von Sinspelt kam einmal durch den Bedhard. Da kam ein Mann mit Hund ohne Kopf und zeigt auf ein Feuer. Dann hat er die Knöpfe am Rock gezählt und war weg.

3. Ein Mann ging einmal von Neuerburg nach Rittersdorf durch den Bedhard. Auf einmal stand ein riesengroßer Mensch vor ihm. Der Mann hatte große Angst und nahm sich vor, eine Messe lesen zu lassen. Da kam er an dem Riesen vorbei.

4. Die Großmutter hatte ihren Enkel mit zum Rübenernten genommen. Sie hatte dann den Enkel zum Schlafen gelegt. Später kamen der Vater und der Onkel, um die Rüben heimzufahren. Sie machten den Jungen wach, der darauf zu weinen anfing. Da sagte der Onkel: „Sei ruhig, sonst kommt das Bedhardmännchen Dich holen.“ Da sahen sie auf der Wiese etwas aufleuchten; es war ein hohler Baum, der brannte. Man brauchte das Bedhardmännchen nur zu rufen, dann war es schon da.

5. Bitburger Fuhrleute sind mal in den Bedhard gefahren, um eine Eiche zu laden. Als sie zur Eiche kamen, saß das Bedhardmännchen drauf. Sie sind dann heimgefahren und haben  den Baum nicht aufgeladen.

6. Ein Mann ging von Bitburg heim nach Koosbüsch. Mitten in der Oberweiser Straße kam ihm ein kleiner Mann mit Mippelchen entgegen. Der Koosbüscher hörte: „Puh, puh, puh“ und es schoß dreimal, ohne zu treffen. Anschließend hat er sich im Bedhard verlaufen und kam am Morgen bei der Hungerburg raus.

7. Drei Kinder aus Rittersdorf im Alter von elf, zwölf Jahren sind dem Bedhardmännchen begegnet. Es hatte zwei weiße Hunde an der Kette, die Kette ging aber durch die Bäume. Da sind alle heimgelaufen.

8. Auf dem Weg von Bitburg nach Baustert kam eine Familie am Brechter Wegweiser vorbei. Da hat es gepuhzt und in der Wiese sind zwei Hunde gelaufen. Der Sohn sagte: „Dahinten steht einer. Er ist nicht groß, er hat auch keinen Kopf.“ Da sagte die Mutter: „Willst Du wohl ruhig sein, Du knatzliger Junge.“ Später als sie aus dem Wald waren, fragten sie den Jungen, wie der Mann ausgesehen habe. „Er kann es wohl gewesen sein,“  sagte da der Vater.

9. Im Bedhard da war früher ein Jäger. Eines Tages erwischte er einen Wilddieb. Da haben beide gleichzeitig geschossen und waren beide tot. Der Wilddieb soll zurückkommen, er wurde mehrere Male im Mondenschein gesehen. Es ist ein Mann ohne Kopf , er hat zwei Hündchen bei sich.

10. Das Bedhardmännchen hält immer die Gespanne zurück, die auf dem Weg vom Bedhard nach Rittersdorf sind, aber man kann es nicht sehen oder hören. Den Damesberg hoch wird es dann ganz besonders schwer, am Dameskreuz erst ist der Spuk vorbei.

11. Ein Mann aus Rittersdorf hatte Holz im Geweberwald liegen. Er holte sich einen Fuhrmann, um das Holz zu holen. Um Fuhrlohn zu sparen, beluden sie den Wagen mit dem ganzen Holz. Beim Heimfahren kamen sie an eine steile Stelle, da kamen sie nicht weiter. „Siehst Du nun, das habe ich Dir gleich gesagt“ rief der Fuhrmann. Doch der Rittersdorfer geht nach vorne weg mit einer irdenen Pfeife im Mund. Als er auf der Anhöhe war, warf er die Pfeife weg. Er kam zurück und hieß den Fuhrmann wieder anziehen. Es ging wie der Teufel die ganze Steigung hoch, ohne anzuhalten. „Ja, wie hast Du denn das gemacht?“ fragte der Fuhrmann. „Hast Du denn nicht die beiden Schimmel gesehen, die ich Dir vorgespannt hatte?“ fragte der Rittersdorfer. Der Fuhrmann erwiderte: “Die habe ich nicht gesehen, aber im Leben fahr ich Dir kein Holz mehr holen!“