Rittersdorf - Geschichte

Der Ortspunkt Rittersdorf geht vermutlich auf keltische Ansiedlungen zurück.
Von den Römern unter Constantin dem Großen wird ein Castel errichtet, mit dem die vier
römischen Siedlungen in Rittersdorf in Beziehung stehen.
Umfangreiche fränkische Gräberfunde des 5. und 6. Jahrhunderts deuten weiterhin auf
eine kontinuierliche Besiedlung der Gemarkung Rittersdorf hin.

Im Jahre 866 wurde "Ratersdorf" erstmals urkundlich erwähnt. 962 gibt Kaiser Otto I. zu Rom die
Abtei St. Maximin bei Trier seiner Gemahlin und den späteren Kaiserinnen und Königinnen als Dotation.
Unter anderen werden in der Urkunde aufgeführt: Mazena (Matzen) und Ratheresdorf (=Ratsherrensitz).
Die Reichsabtei St. Maximin war das größte und einflussreichste der vier früheren Benediktinerklöster
in Trier und eines der ältesten Klöster Westeuropas.

Vom 10. Jahrhunderts an waren die Grafen von Luxemburg Vögte der Abtei Maximin, deshalb kam der Ort
zur Grafschaft Luxemburg .
In einem Güterverzeichnis der Abtei St. Maximin von 1220 sind Mazena und Retersdorph aufgeführt.
Im Jahre 1230 kommen Rittersdorf und Matzen von St. Maximin zu St. Thomas in Lehenspflicht.
(Bestätigungsurkunde  vom 21. Mai 1230).
1263 wurde zum ersten Mal die Wasserburg als Besitz der Trierer Abtei Maximin genannt.
Als Erbauer kommt ein Theoderich von Rittersdorf in Betracht, der die Anlage
– vermutlich als Untervogt der Grafen von Luxemburg – für die Abtei Sankt Maximin errichtete.
1290 erteilte König Rudolf von Habsburg die Genehmigung zum Bau eines 26 m hohen Turmes
(siebengeschossiger Wohnturm), des heutigen Bergfrieds.

1443 ging Luxemburg an die Grafschaft Burgund über.
Ab 1506 gehörte der Ort zuerst zu den spanischen, ab 1714 zu den österreichischen Niederlanden.
1794 geriet Rittersdorf unter französische Verwaltung und gehörte ab 1798 zum Kanton Bitburg
des Wälderdepartements (Département des Forêts).
Rittersdorf kam 1815 durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses zum Königreich Preußen, wo es
verwaltungsmäßig bis 1822 zur Provinz Niederrhein, dann zur Rheinprovinz gehörte.

Das Rittersdorfer Wappen

Das dreigeteilte Wappen erinnert im Schildhaupt mit dem silbernen Sparrenbalken in schwarz
an die Grafen von Manderscheid/Blankenheim.
Im unteren Schildteil steht der Bergfried als Hinweis auf die ehemalige Wasserburg,
deren Besitzer, die Familie von Enscheringen, mit ihrem siebenfach von Gold und Rot
geteilten Wappen daneben dargestellt ist.